Der
Erlenbusch-Bote ist da!
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Ausgabe 2-2022
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Liebe Freundinnen und Freunde des Erlenbuschs,
Der 23. Juli 2022 ist ein besonderer Tag für den Erlenbusch. Vor genau 50 Jahren verstarb seine Gründerin Hilde Wulff.
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Sie war eine mutige Frau und Pionierin der Behindertenhilfe in ihrer Zeit, in der Menschen mit Behinderung noch ausgegrenzt und weggesperrt wurden. Sie setzte sich ein für Gerechtigkeit und Inklusion.
Herzlichst ihre
Susanne Okroy
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Zum Gedenken an Hilde Wulff...
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1944. Die Nationalsozialisten in Deutschland sind seit elf Jahren an der Macht.
Sie wollen auf allen Gebieten des Lebens das Recht des Stärkeren durchsetzen und unterscheiden
deshalb zwischen in ihrem Sinne wertvollem und " lebensunwertem" Leben. Hilde Wulff dagegen
kämpft dafür, das Leben aller Kinder lebenswert zu gestalten. Deshalb war sie 1935 von Berlin
in den Erlenbusch gezogen. Hier - so hoffte sie- wäre es eher möglich, nicht aufzufallen und mit
dem seit 1933 geltenden "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" nicht in Konflikt zu geraten.
Das war aber nicht immer leicht. 1944 passierte genau das, was Hilde Wulff fürchtete. Männer in
Uniform fuhren vor die Klöppervilla, um sich die Erlenbuschkinder einmal genauer anzusehen,
möglicherweise, um einige "abzuholen".
Hilde Wulff öffnete ihnen auch die Tür und bat sie freundlich in die Halle. Dass sie auf diesen
Besuch vorbereitet gewesen sein muss, zeigen ihre Worte: " Treten Sie näher. Hier sehen Sie
unsere Kinder; wir haben sie hierher gelegt, weil sie momentan alle an Scharlach erkrankt sind."
Unverrichteter Dinge fuhren die Herren wieder ab.Das war nochmal gutgegangen.
Aber sie kamen wieder, und diesmal war Hilde Wulff nicht vorgewarnt. Deshalb hatte sie -ganz
untypisch für diese mutige Frau - Angst. Und doch: Mit waagrecht erhobener Krücke stand sie
auf der Schwelle der Villa und sagte mit fester Stimme: "Hier kommt keiner raus!" Ohne sich
von der Stelle zu rühren, beauftragte sie nun die Köchin Millie, eine "gewisse Telefonnummer"
anzurufen.Dann übergab sie den Hörer einem der Männer. Es folgte ein kurzes Gespräch und die
Herren verließen das Gelände.
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